„Mit den gestern beschlossenen Empfehlungen des Schulausschusses für die nächste Stadtratssitzung entwickelt die Landeshauptstadt ihre Bildungsinfrastruktur weiter, verbessert die Qualität an den betreffenden Einrichtung und bietet unseren Kindern bessere Bildungschancen“, so die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Susanne Nickolai.
Es sei erfreulich, dass trotz der schwierigen Haushaltslage eine Schwerpunktsetzung im Bildungsbereich erfolge. Die Stadt sei auf einem guten Weg, in Zusammenarbeit mit dem Land, Freien Trägern und städtischen Einrichtungen die kommunale Bildungslandschaft aufzuwerten und Qualitätsstandards sicherzustellen. Dabei verfolge man einen integrierten Ansatz von Bildung, Erziehung und Betreuung, „um bessere Bildungschancen für alle Kinder zu ermöglichen“. Zum nächsten Schuljahr sollen die Grundschulen Max Ophüls (Standort Rotenberg) und Jägersfreude/Herrensohr zu Ganztagseinrichtungen umgewandelt, die Kirchbergschule in Malstatt soll ein Jahr später in eine gebundene Ganztagsschule überführt werden. An den Kitas Lindenhof, Grüneich und Scheidt wird im Rahmen eines „Kooperationsjahres“ der Übergang von Kindergarten zur Schule verbessert. Im Umfeld der „Grünen Insel Kirchberg“ soll zu dem ein Kita-Neubau erfolgen.
Entsprechende Empfehlungen für den Stadtrat hat gestern der Schulausschuss ausgesprochen. Es bestehe im Bildungsbereich eine gute Kooperation über die Parteigrenzen hinweg. Dies gelte sowohl für die Verwaltungsspitze wie auch für die Ratsfraktionen. „Die SPD strebt an, dass wir die Bildungsoffensive der Stadt auch in den kommenden Jahren fortführen können“, so Nickolai abschließend.
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Die Maßnahmen im Einzelnen:
Zum Schuljahr 2010/2011 soll am Standort Rotenberg der Grundschule Max Ophüls eine freiwillige Ganztagsgrundschule eingerichtet werden. Im Rahmen des „Kooperationsmodells Schule-Jugendhilfe“ wird in Zukunft eine Kapazität von 120 Ganztagsschulplätzen vorgehalten. Die vorhandenen Hortplätze sollen hierzu in Ganztagsplätze umgewandelt werden. Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, werden vom Land zusätzliche 30 Lehrerwochenstunden eingesetzt. Die bisherigen Öffnungszeiten des Hortes werden in die Ganztagseinrichtung eingebracht und um eine Ferienbetreuung erweitert.
Ebenfalls im Rahmen des „Kooperationsmodells Schule-Jugendhilfe“ soll mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 die Grundschule Jägersfreude/Herrensohr zu einer Ganztagseinrichtung umgewandelt werden. Hierzu werden die bisher vorhandenen 50 Plätze des Hortes Herrensohr in Ganztagsschulplätze umgewandelt, so dass an diesem Standort künftig eine Kapazität von 80 Ganztagsplätzen vorgehalten werden kann. Zur Nachmittagsbetreuung werden vom Land zusätzliche 30 Lehrerwochenstunden eingebracht. Die Stadt wird die komplette Anzahl der sozialpädagogischen Fachkräfte aus dem Hort mit 175 Wochenstunden in dieses Modell einbringen und die Stelle einer Hauswirtschaftskraft mit Wochenstunden einrichten.
Nach dem Willen des Schulausschusses soll die Kirchbergschule in Malstatt beim Land als Einrichtung einer gebundenen Ganztagsgrundschule angemeldet werden. Die Stadt schätzt die Chancen für eine Zustimmung des Landes, die Kirchbergschule als eine von landesweit vier einzurichtenden „echten“ Ganztagsgrundschulen umzuwandeln als positiv ein. Zumal hiermit dem Willen der Schulgremien entsprochen werden könnte. Auch sei ein an dieser Einrichtung durch die Kooperation zwischen Katholischer Fachschule für Sozialpädagogik (KFS), Kinderbildungszentrum (KIBIZ), Schulsozialarbeit und Kindersprechstunden ein Vernetzungsgrad vorhanden, der sich in einer erhöhten Qualität der pädagogischen Angebote niederschlage. Stimmt das Land zu, könnte die Schule ab dem Schuljahr 2011/2012 beginnend mit der 1. Klassenstufe über vier Jahre zur Ganztagsschule umgewandelt werden.
Die Kindertagesstätten Lindenhof, Grüneich und Scheidt sollen am „Kooperationsjahr Kindergarten – Grundschule“ teilnehmen. Über die Kooperation von Kindergarten- und Lehrpersonal soll im letzten Kindergartenjahr der Übergang der Kinder in die Grundschule verbessert werden. Der Finanzierung des Lehrpersonals in den Kindergärten wird vom Land übernommen. Alle drei Kitas verfügen bereits über langjährige und gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Grundschulen.
Einen Zwischenstandsbericht gab die Verwaltung zum
Neubau der Kita Kirchberg in der Pfarrer-Bunggarten-Straße. Zum Ausgleich des Versorgungsdefizites an Kindergartenplätzen sowie zur Gewährleistung des Rechtsanspruches auf einen Krippeplatz für ein- bis dreijährige Kleinkinder soll ein Neubau der Kita erfolgen, der sich mit dem Außenspielgelände zur „Grünen Insel Kirchberg“ hin orientieren soll. Der Bau soll bis zu 6 Gruppen für 75 Kindergartenkinder und 30 Krippenkinder beherbergen.